Werners Pferdeflüsterwelt
            Mitten drin die Pferde erleben!          

Sinnhaftigkeit bei der Arbeit mit Pferden 

Pferde sind in gewisser Hinsicht einfach veranlagt, wie es ihrem Naturell entspricht. Inwieweit interessiert das Menschen? Auch die Frage danach: Was ist sinnvoll mit Pferden zu tun und was sinnlos und nicht erforderlich für Pferde?
Hier gehen die Meinungen auseinander! Ich gehe bei der Sinnhaftigkeit zuerst von den Bedürfnissen der Natur eines Pferdes aus. Also davon, was ein Pferd auch ohne Menschen macht. Dabei wird klar, dass Menschen mehr, als das was Pferde selbst tun würden, mit ihnen machen. Es scheint so zu sein, dass Menschen ihre Bedürfnisse beim Umgehen mit Pferden sehen und meinen, dass das was sie tun auch gut für die Pferde ist und die Pferde Gefallen daran haben. Aber ist das für Pferde wirklich so oder nur die Auffassung der Menschen vom Arbeiten mit Pferden?
Vergleicht man das naturbedingte Verhalten bei Pferden mit dem von Menschen, dann müssen die Unterschiede deutlich werden. Aber eben nicht für jeden. Pferde nur an der Longe um sich herumzutreiben, damit sie sich bewegen und laufen sollen, kann gut und sinnvoll sein, wenn es auch für das Pferd einen Sinn ergibt. In Punkto Reiten ist das ebenso. Schaut man genauer hin, dann dominieren mehr die Absichten der Menschen gegenüber den Bedürfnissen der Pferde. Daran wird sich in Bezug auf die Sinnhaftigkeit in der Welt der Menschen nichts ändern, denn die Pferde werden nicht gefragt. Wenn man Pferde fühlen kann, wie es ihnen geht, was die Menschen tun, wird man sie verstehen und die Arbeit mit ihnen daraufhin gestalten. Somit spricht der Mensch auch die Bedürfnisse des Pferdes an, damit es sich wohlfühlt und ohne Widerstand zu zeigen freiwillig führen lässt. Das ist eine, wie ich meine, sinnhafte Methode. Verlangt der Mensch mehr vom Pferd, wird es mit Nachdruck dazu angetrieben. Pferde nur umher zu scheuchen, damit sie laufen, ist einfach. Sie kontrolliert zu bewegen ist schon schwieriger. Dafür braucht es mehr Einfühlungsvermögen in der Sprache. Deswegen ziehen Menschen meistens das Leichte vor. Für das anspruchsvollere Umgehen sind die Fähigkeiten möglicherweise nicht genügend ausgebildet, um sich mit den Pferden auf einem anderen Level zu verständigen. Aber auch das Leichte hat für Menschen im Umgang mit Pferden seine Tücken. Das erfahren sie, wenn sie das, was die Pferde tun sollen, mit ihren Methoden bei ihnen nicht erreichen. Das wird so hingenommen und nicht geändert. Für Schwierigeres stellet sich die Frage des Trainings und Talents, es zu schaffen, mit Pferden kontrolliert zu arbeiten und sie mit Leichtigkeit zur bereitwilligen Kooperation zu bewegen. Vom äußerlich erkennbaren Anteil des Drucks auf das Verhalten von Pferden kann man darauf schießen, wie viel Bindungsbereitschaft in der Beziehung vorhanden ist. Anhaltend ausgeübter Druck macht den Umgang  anstrengender für Mensch und Pferd. Das führt zwangsläufig zu Kommunikations- und Kooperationsproblemen auf Seiten der Menschen. Keiner, der es mit Pferden zu tun hat, ist ganz davon frei. Wie am besten damit umgehen? Was kann man tun? Mein Tipp: Mehr über Pferde lernen und sein Talent in der Pferdekommunikation weiter ausbilden. So wird auch das Schwierigere mit der Zeit immer leichter.