Fühle die Pferde
und lass die Seele baumeln! 

Einklang des Verhaltens 

Beziehungsarbeit und Harmonie 

Es ist mir immer eine große Freude mit dem Verhalten der Pferde im Einklang zu sein, zu spüren wie die emotionale Harmonie das Band der Verständigung ist. Wenn ein Pferd zu mir kommt, auf mich zugeht, sich an mich anlehnt, den Kopf an meine Schulter legt, sanft schnauft und meine einfühlsamen Berührungen erwidert, das ist ein deutlichen Zeichen von Sympathie auf beiden Seiten, die ich dabei erlebe. Ich empfinde das so: Wir erfahren uns mit unseren Sinnen und kommunizieren über die Gefühle. Das geht solange wie das Pferd das will, bis es die Bindung von sich aus löst und sich dann nach einer Weile wieder annähert und den Kontakt aufbaut. Das Verfahren erfordert Zeit. Darauf warte ich ruhig in der Nähe der Pferde. Das Vorgehen bei den Pferden nenne ich die Freiheit der Wahl des Zeitpunkts der Annäherung und des Rückzugs. Dieses Verfahren entspricht meinen Grundregeln bei der Beziehungsarbeit in der Kommunikation mit Pferden. Auf diese Weise erfolgt die Akzeptanz der Gegenwart des Menschen durch die Annäherung des Pferdes. Eine wichtige Voraussetzung für den Zustand des Ausdrucks von Vertrauen, Akzeptanz und Respekt beim Training in der Pferdekommunikation Das ist möglicherweise manchen Menschen kein Begriff beim Pferdeumgang und Reiten. Es wird mit Nachdruck abgefordert, was sie von Pferden erwarten. Da ziehen Pferde emotional den inneren Rückzug der freiwilligen Annäherung vor. Geduld, mental-emotionale Zuwendung über die Sprache und der Freiraum für Freiwilligkeit sind Faktoren, um Harmonie zu erreichen. Aber wer spricht von Harmonie, vom Gleichklang der Wesen von Pferd und Mensch im Beziehungsverhalten? Wer achtet bei Pferden darauf, ist man doch mehr auf das konzentriert, was man Absicht nennt. Die wird den Pferden abverlangt, ohne ihnen die Chance zu geben, dass auch sie es wollen. Hier sind Feinheiten im Pferdeverhalten Anzeichen für Folgsamkeit, Widerstand und Rückzug. Das kommt vor, wenn Pferde ständig beansprucht werden, die Zeit für Freiwilligkeit fehlt und Geduld nicht so ausgeprägt ist. Harmonie ist ein Gefühlsbedürfnis. Das findet man bei Menschen sowie auch bei Pferden. Dieses Bedürfnis zusammenzubringen, es zu verbinden mit dem Anspruch der Freiwilligkeit, das ist schon ein höherer Anspruch an den Umgang mit Pferden, der sich in der Kommunikation ausdrückt, erkennbar am Verhalten. Die Beziehungslehre, so nenne ich die Arbeit in der Kommunikation mit Pferden, bildet das Verhalten aus, das zur Sprache des Pferdes und Menschen gehört. Darüber finden Annäherung, Rückzug und Freiwilligkeit statt. Darüber werden die Wesen verbunden, in der Zweisamkeit der Harmonie der Gefühle. Auch beim Reiten kommen diese Feinheiten des Verhaltens zur Geltung. Wem diese Erläuterungen nicht so verständlich sind, hat die Möglichkeit, sich damit näher zu befassen, die Erkenntnisse zu vertiefen und das Verständnis zu konkretisieren. Beziehungslehre gibt Aufschluss darüber, welche Verhaltensweisen miteinander harmonieren.